"Göge"

 

Ein jeder kennt unsere Gemeinde Hohentengen mit ihren neun Teilgemeinden unter dem Namen „Göge“. Erzählt der Gögemer im Umland woher er stammt, bekommt er des Öfteren mit einem leicht spöttischen Unterton zu hören: „Soso, aus der gottlosen Göge!“ 

Was hat es damit auf sich und woher stammt eigentlich dieser Eigenname Göge? 

 

Hierüber gibt es verschiedene Ausführungen.

Heimatforscher Franz Zimmermann jun. aus Eichen sagt folgendes dazu:

 

"Göge"

Im schwäbischen Volksmund ist die Göge als „Gege“ bekannt.  Schnell meint man eine Ableitung aus dem Wort Gegend zu erkennen. Die Ursprünge sind allerdings im Diengau und Eritgau zu suchen. Im Althochdeutschen hieß das heutige Wort Gau „Gowe“, oft auch „Göwe“, also "Tiengowe (Dingowe?) und Ergowe (Eritgowe?)". Im Jahre 1282 kaufte König Rudolf von Habsburg unter anderem den Tiengowe und Ergowe und das Dorf Hohentengen. Die Thingstätte (Gerichtsstätte) lag damals in Hohentengen. Durch diese Vereinigung entstand in den Folgejahren schließlich in ständiger Abwandlung in Schrift und Aussprache der Name „Göge“.

Bereits im Jahre 1420 wird die „Göge“  erstmals als Landschaft, als Gau mit gemeinsamer Markungsnutzung, erwähnt.  Es umfasste 12 Dörfer, die rund um den Pfarrhof in Diengen (heutiges Hohentengen) angesiedelt waren. Der damalige Zusammenschluss derselben war der Grundstein des späteren Amtsverbandes und der heutigen Gemeinde Hohentengen mit seinen  neun Teilorten.

 

"Gottlose Göge"

Über das ‚warum und wieso’ der gottlosen Göge gibt es viele Geschichten. Der einstige Heimatforscher Dr. Josef Hepp aus Mengen erklärte dies einmal so: „Früher heiratete ein Mann in der Göge nur dann, wenn die von ihm Erkorene zuvor ein Kind zur Welt brachte.“

Aber eigentlich gibt es hierfür eine sehr einfache Erklärung: Durch den unerwarteten Tod des Pfarrers Leonhard Steinle war die Pfarrstelle von 1849 bis 1855 unbesetzt. Auch die Katharinen-Kaplanei und die Ulrichs-Kaplanei waren während dieser Zeit nur teilweise kommissarisch besetzt. Die Kapläne wanderten bereits zu früheren Zeitpunkten ab.

Zu allem Unglück kam noch hinzu, dass man ohne ein würdiges Gotteshaus war. Bereits im Jahre 1848 wurde die Hohentenger Kirche ganz und der Turm bis auf 23 m abgebrochen, um eine neue Kirche zu errichten. Diese wurde allerdings erst in den Jahren 1855/56 fertig gestellt. All dies bereitete dem alltäglichen Dorfleben in dieser Zeit sehr große seelsorgerische Probleme. Wohl war es den Gläubigen möglich in den umliegenden Orten die Gottesdienste zu besuchen. Allerdings war es damit allein nicht getan. Der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden kam diese Gelegenheit gerade recht, die Gögemer, welche doch stets so stolz auf ihre große Kirche auf dem Berg waren, hiermit zu hänseln. Und dies blieb den Gögemern bis heute erhalten.

 

Verfasser: Christine Nassal

 

 

 

 

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