Die Entstehung der Fahnen und des Fahnenschwingens

Mit einer Fahne Figuren zu schwingen, ist nicht die Idee eines Fanfarenzuges, sondern ist historisch belegt. Es ist aber kaum mehr möglich, den genauen Ursprung und das Alter des Fahnenschwingens, des Fahnenspiels nachzuweisen.

 

In frühester Geschichte der Menschheit, so zu Zeiten der germanischen Völker, wird von verschiedenen Tüchern und Fahnen berichtet, welche Kampfscharen mit einem Kennzeichen versahen. Doch war die Bedeutung zunächst nur symbolischer Natur.

Im 6. Jahrhundert n. Ch. pflegten die römischen Fahnenträger dem päpstlichen Zug voranzugehen, indem sie ihre Fahnen zum Zeichen des Jubels und der Freude schwenkten.

 

Sicher ist, dass das Fahnenspiel schon im frühen Mittelalter gepflegt wurde. Im Zeitalter der Söldnerheere, der Landsknechte, kam der Brauch zur vollen Entfaltung und gelangte zu hohem Ansehen. Das Fahnenschwingen soll selbst an königlichen Höfen gefördert und gepflegt worden sein. Es galt neben dem Fechten als „manierliches soldatisches Spiel“.

Eine Blüte erfuhr das Fahnenschwingen im Mittelalter. Angewendet wurde es damals bei militärischen, religiösen und bürgerlichen Feierlichkeiten.
Etwa im 15. Jahrhundert wurden überall in Europa Fahnenschwingerschulen gegründet.

 

Im Söldnerheer des ausgehenden 15. Jahrhunderts besaß schon die kleinste taktische Einheit eine Fahne. Nach ihr wurde diese Truppe, ein „Fähnlein“ genannt. So hat auch der Fanfarenzug Enzkofen in gewisser Weise, sein eigenes „Fähnlein“, die Fahne mit dem Wappen von Hohentengen.

 

Der Fähnrich genoss großes Ansehen innerhalb der Truppe. War doch er und nicht der Kommandeur der eigentliche Anführer seiner Truppe. Er galt als Mittelpunkt  und Zusammenhalt für seine Knechte, für seine Einheit. Bei Verlust der Fahne erlosch jegliche Gemeinsamkeit und bedeutete das Ende jeder militärischen Aktion. Die Verteidigung der Fahne galt daher als oberstes Gebot des Fähnrichs.

Durch verschiedene Signale mit der Fahne dirigierte er auch das Spiel der Spielleute, die er auch anzuwerben hatte. Der Fahne wurde auch symbolische Bedeutung im bürgerlichen Leben zugemessen, wie z.B. Zunftzeichen der Handwerksgesellen. 

 

Der Brauch die Fahne zu schwingen wurde begünstigt durch die besonders gut geeignete, annähernd quadratische Form der  Landsknechtsfahnen. Die Fahnenstange war so kurz, dass ihr Schaft kaum über das Tuch hinausreichte. Das Stockende wurde mit Blei gefüllt, um das hervorgerufene Übergewicht des Fahnentuches zu beseitigen. Durch die Verlagerung des Schwerpunktes an die Stelle des Tuchansatzes war es möglich, die Fahne optimal in der Hand zu führen.

 

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